➡️ Folge 145 – 

Die Macken meines Hundes: Warum ein Hund ohne Macke kacke ist!

 

In diesem Blogartikel nehmen wir die liebenswerten und manchmal anstrengenden Eigenarten unserer Hunde unter die Lupe. Inspiriert von der neuesten Podcast-Folge erfährst du:

 

  • Warum die Persönlichkeit deines Hundes durch kleine Macken erst richtig glänzt.
  • Den Unterschied zwischen „süßen“ Marotten und gefährlichem Jagdverhalten.
  •  Warum wir Menschen oft zu viel von unseren Hunden erwarten.
  •  Exklusive Einblicke in Claudis Trainingstipps für den Alltag mit Hund.

Hallo ihr Lieben! Schön, dass ihr wieder hergefunden habt. Heute besprechen wir ein Thema, das mir als Hundetrainerin besonders am Herzen liegt und das wir schon so lange angeteasert haben. Es geht um das, was uns Hundehalter täglich begleitet, uns zum Lachen bringt oder manchmal auch die Schweißperlen auf die Stirn treibt: Die Macken unserer Hunde.

Ich sage es immer wieder gerne: Ein Hund ohne Macke ist kacke!. Und wisst ihr was? Das zählt bei uns Menschen doch ganz genauso. Wer will schon einen perfekt funktionierenden Roboter an seiner Seite? Es sind doch gerade diese speziellen Eigenheiten, die einen Hund so richtig niedlich machen und zeigen, dass er einen ganz eigenen Charakter hat.

In der aktuellen Podcast-Folge haben Bini und ich mal so richtig aus dem Nähkästchen geplaudert. Wir haben uns gefragt: Was macht unsere Hunde eigentlich so besonders? Und ab wann wird aus einer „süßen Macke“ vielleicht doch ein ernsthaftes Thema, an dem wir im Training arbeiten sollten?

Die Hündin Teufelchen gewinnt an Vertrauen.

Warum wir die Welt öfter mal durch die Hundebrille sehen sollten!

Sind wir Menschen eigentlich manchmal ein bisschen „assi“?

Jetzt mal Hand aufs Herz und ganz ohne Blatt vor dem Mund: Wir Menschen verlangen von unseren Hunden echt eine Menge. Wenn man mal drüber nachdenkt, bestimmen wir fast alles.

  • Der Hund darf nur fressen, wenn wir es sagen.
  • Er darf nur pinkeln, wenn wir die Erlaubnis geben.
  • Und jagen darf er schon mal gar nicht, obwohl er als Hund dafür gemacht ist.

 Ich finde, wir sind da manchmal schon ein wenig „assi“ zu unseren Fellnasen. Wir pressen sie in unseren Alltag und vergessen dabei oft, dass sie eben Hunde sind und keine kleinen Menschen. Deshalb ist es mir so wichtig, dass wir ihre Macken nicht nur als Fehler sehen, sondern als Ausdruck ihrer Persönlichkeit würdigen.

Eine gute Hundematte sollte immer rutschfest sein und dem Hund einen sicheren Platz bieten

Die „Delikatesse“ am Wegesrand: Warum Pferdeäpfel für Kasper Gold wert sind

Ein klassisches Beispiel für unsere unterschiedlichen Sichtweisen ist das Thema Pferdeäpfel. Mein Kasper liebt es, „Schiete“ zu fressen. Philipp regt sich darüber jedes Mal maßlos auf, besonders wenn ich einfach daneben stehe und nichts sage. Aber ganz ehrlich: Für Kasper sind wir die Dussel, die jedes Mal an dieser Delikatesse vorbeilaufen und sie einfach liegen lassen! Meine Physiotherapeutin Nina lässt ihre Hunde das sogar fressen, weil da wohl wichtige Mineralien drin sind. Solange ich weiß, dass die Pferde keine Wurmkur bekommen haben, bin ich da tiefentspannt. Und mal ehrlich: Pferde-Pups stinkt doch kaum, jedenfalls im Vergleich zu der Katastrophe, die nach Katzenkacke aus dem Maul kommt!

Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wenn dich das stört, dann musst du es trainieren. So einfach ist das. Es gibt da kein „vielleicht“ oder „manchmal“. Wenn du deinem Hund das abgewöhnen willst, hast du eigentlich zwei Wege. Der erste ist der fleißige Weg: Du bringst ihm bei, dass er den Haufen anzeigt. Das heißt, er findet die „Delikatesse“, stoppt aber davor und schaut dich an, nach dem Motto: „Hey Claudi, da liegt was, krieg ich jetzt mein Leckerli?“ Das ist die hohe Schule des Anti-Giftköder-Trainings.

Der zweite Weg ist die klare Ansage. Man muss den Haufen dann wirklich aversiv belegen. Das bedeutet, der Hund muss verstehen: „Dieses Ding da am Boden ist tabu und es ist ungemütlich, wenn ich da rangehe.“ Das hat nichts mit Gewalt zu tun, aber mit einer unmissverständlichen Klarheit. Du musst dich entscheiden: Willst du den Sixpack oder willst du die Schokolade? Wenn du das Training nicht durchziehst, kannst du dich auch nicht beschweren, wenn der Hund sich bedient. Von nichts kommt halt nichts!

Charakterköpfe: Wenn das Wesen die Macke bestimmt

Jeder Hund bringt sein ganz eigenes Päckchen an Genetik und Erfahrungen mit. Bini ist da ja immer wahnsinnig tolerant und feiert diese Eigenheiten regelrecht, was ich total schön finde. Denn am Ende des Tages sind es genau diese kleinen Unvollkommenheiten, die uns die tiefste Verbindung zu unseren Tieren ermöglichen. Ein Hund, der perfekt “funktioniert”, hat oft weniger Raum, seine echte Persönlichkeit zu zeigen!

Pitti und das große “Stofftier-Massaker

Apropos Charakter: Schauen wir uns Binis Pitti an. Er hat eine Macke, die viele von euch sicher kennen und die mich jedes Mal zum Schmunzeln bringt. Pitti ist nämlich ein absoluter Spezialist im „Ausnehmen“ von Stofftieren. Das Ganze folgt bei ihm einem fast schon rituellen, chirurgischen Ablauf.

Es beginnt immer an diesem einen kleinen, unschuldigen Schnipsel: der Waschanleitung. Sobald Pitti diesen Zettel erst einmal fachmännisch rausgerupft hat, gibt es kein Halten mehr. Dann wird das Loch im Plüsch so lange bearbeitet, bis die ganze Füllung und “das Highlight” die Quietscheteile zum Vorschein kommen. Mit einer Hingabe wird das Innenleben dann im Wohnzimmer verteilt, dass man fast schon Beifall klatschen möchte.

Früher sind diese Patienten dann regelmäßig in Binis „Stofftier-Krankenhaus“ gelandet, wo sie sie mühsam wieder zusammengeflickt hat. Mittlerweile hat Teufelchen diesen Job oft übernommen und sorgt dafür, dass die Nähnadel nicht einrostet. Aber wisst ihr was? Solange der Hund nichts verschluckt, ist dieses Zergeln eine super Beschäftigung, um Stress abzubauen. Das ist eben Pittis Art, seine Beute zu „erlegen“.

Ein Hund mit seinem Spielzeug

Eure Geschichten: Welche Macken haben eure Hunde?

Ich habe euch ja bei Instagram gefragt: „Welche Macken haben eure Hunde?“ und was da kam, war einfach nur herrlich! Da sieht man mal wieder, wie individuell unsere Fellnasen sind.

Der nächtliche Sammler
Remi hat uns geschrieben, dass ihr Hund nachts Dinge mit ins Körbchen nimmt, um darauf oder damit zu schlafen. Wie süß ist das bitte? Das kenne ich von meinen auch, Nala, Kasper und auch Teufelchen liegen dann da, den Kopf auf dem Plüschtier oder den Lieblingsschuh im Arm. Das ist pure Geborgenheit und zeigt, wie sehr sie ihr „Zuhause“ lieben.

Der Wiesen-Wächter
Dann gab es noch den Hund, der die Picknickdecke oder die Wiese verteidigt, sobald man sich setzt. Da schlägt natürlich mein Trainerherz Alarm. Das ist zwar eine Macke, aber eine, die wir im Auge behalten müssen. Ist das Unsicherheit? Oder meint der kleine Größenwahnsinnige wirklich, ihm gehöre jetzt der ganze Stadtpark? Da müssen wir als Halter klar die Führung übernehmen, bevor es ungemütlich wird.

Sky, der grunzende Aussie: Kommunikation auf Hündisch
Kathi hat uns von ihrem Aussie Sky erzählt. Der Gute grunzt nämlich, wenn er sich freut! Ich liebe das. Mein Kasper macht das auch, aber bei ihm klingt es eher wie ein tiefes Brummeln oder Grummeln. Leute, die uns nicht kennen, denken oft: „Oh Gott, der Hund knurrt mich an!“. Aber nein, das ist einfach seine Art zu sagen: „Mensch Claudi, ich freu mich so, dass du da bist!“. Es ist so wichtig, dass wir lernen, diese feinen Nuancen der Hundekommunikation zu verstehen. Nicht jedes Geräusch ist eine Drohung, und nicht jedes Schweigen ist Einverständnis. Wenn ihr wisst, wie euer Hund „tickt“, wird der Alltag so viel entspannter.

Wenn aus „niedlich“ plötzlich „gefährlich“ wird

Wir haben jetzt viel gelacht, aber wir müssen auch mal Tacheles reden. Es gibt Macken, die sind einfach nicht mehr witzig. Ich spreche von Verhaltensweisen, die für euren Hund oder die Umwelt lebensgefährlich werden können. In der Community-Umfrage kam zum Beispiel das Thema Jagdverhalten auf.

Lebensgefahr: Wenn der Hund Züge und LKWs jagt
Besonders hellhörig wurde ich bei der Nachricht von Elli Pirelli 18, die eine wirklich große Herausforderung ansprach: Ihr Hund zeigt großes Interesse an vorbeifahrenden LKWs und Zügen.“ Ihr Hund jagt LKWs und Züge. Das ist eine „Macke“, die zum Jagdverhalten, die tödlich enden kann, gehört. Ein Hund, der sich in ein fahrendes Fahrzeug verbeißt oder davor läuft, hat keine zweite Chance.

Hier gibt es keine Diskussion und kein „wir klickern das mal weg“. Das muss sofort und mit aller Konsequenz trainiert werden. In solchen Fällen ist eine Sicherung durch die Leine überlebenswichtig, während wir parallel am Gehorsam arbeiten.

Die Geschichte vom Mops: Ein „Hallo-wach-Moment“ zur Rettung

Ich erinnere mich da an eine Kundin mit einer kleinen Mops-Hündin. Eine ganz süße Maus, aber sie hatte die brandgefährliche Angewohnheit, Autos zu jagen. Das Frauchen war sehr sanft, wollte alles über positive Bestärkung lösen und hat das Problem unterschätzt. Ich habe ihr klipp und klar gesagt: „Ich möchte nicht, dass du mich nächste Woche anrufst und sagst, dein Hund liegt unterm Reifen.“

Wir haben uns an einer Straße getroffen. Ich habe die Hündin selbst an die Leine genommen. Als der nächste LKW kam und sie wie gewohnt losstürmen wollte, gab es von mir eine Ansage, die gesessen hat. Ein deutliches, körpersprachliches Verbot. Die Kleine war so verdutzt, dass sie vor Schreck sogar ein kleines Stück den Abhang neben der Straße runtergerutscht ist.

Frauchen war kurz vorm Herzinfarkt, aber wisst ihr was? Die Hündin hat nie wieder ein Auto gejagt. Mir ist es tausendmal lieber, der Hund erschreckt sich einmal ordentlich vor mir, als dass er nie wieder aufsteht. 

Ein Hund ohne Macke ist kacke – Aber sicher muss es sein!

Zusammenfassend lässt sich sagen: Feiert die Macken eurer Hunde! Genießt es, wenn sie grunzen, wenn sie mit dem Kuscheltier im Arm einschlafen oder wenn sie stolz ihre (ungefährliche) Beute präsentieren. Diese kleinen Macken im System machen sie zu den wundervollen Individuen, die wir so lieben.

Aber seid wachsam, wenn aus der Macke ein Risiko wird. Ob Jagdverhalten, Ressourcenverteidigung oder das Ignorieren von Rückrufsignalen – nehmt diese Dinge ernst. Wer hier frühzeitig gegensteuert, erspart sich und seinem Hund eine Menge Stress (und gefährliche Situationen)

Du willst noch mehr Tipps für dein Training?

Wenn du jetzt denkst: „Mensch Claudi, recht hast du, aber wie setze ich das im Alltag um?“, dann habe ich da was für dich. Das Thema Konsequenz und wie man sie liebevoll im Alltag lebt, ist nämlich der rote Faden in meinem Buch.

Wer es noch nicht hat: Schäm dich! (Nur ein bisschen…) Aber im Ernst, wenn du wirklich praktische Tipps suchst, die auch funktionieren, dann hol es dir jetzt. Es hilft dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und die Macken zu lieben, die liebenswert sind – und die anderen charmant in den Griff zu bekommen.

Jetzt seid ihr dran! Welche Macke eures Hundes bringt euch jeden Tag zum Lachen? Und bei welcher musstet ihr schon mal hart durchgreifen? Schreibt es mir in die Kommentare, ich freue mich riesig auf eure Geschichten!

Bis zum nächsten Mal, bleibt liebevoll konsequent

Das Buch "Hundeerziehung leicht gemacht" von Claudia Pauliks, in dem ihr alle passenden Trainingsmethoden findet.