➡️ Folge 142 – 

Kind und Hund – Sicher mit Leine unterwegs

Die Zauberleine im Einsatz: Sicherheit und Teilhabe in der tiergestützten Intervention

Hast du dich in deinem Arbeitsalltag auch schon einmal gefragt, wie du die Interaktion zwischen deinem Hund und einem Kind noch sicherer und gleichzeitig intensiver gestalten kannst? Wenn du als Lehrer, Pädagoge oder Therapeut tätig bist, kennst du den Wunsch der Kinder nur zu gut: Sie möchten die Leine halten. Sie wollen Verantwortung übernehmen, die Führung spüren und eins werden mit dem Therapiehund oder Schulhund. Doch genau hier beginnt oft die Gratwanderung zwischen pädagogischem Mehrwert und dem notwendigen Sicherheitsaspekt.

In der neuesten Folge unseres Podcasts war Christoph zu Gast. Er hat mit „Little Captain“ eine Lösung entwickelt, die ursprünglich für Familienhunde gedacht war, aber mittlerweile die Welt der tiergestützten Intervention erobert. In diesem Artikel erfährst du, warum die sogenannte Zauberleine ein echter Gamechanger für dein tiergestütztes Arbeiten sein kann.

Warum das Halten der Leine so wichtig für die pädagogische Arbeit ist

Im tiergestützten Arbeiten geht es um weit mehr als nur um die Anwesenheit eines Tieres. Es geht um Vertrauen, Selbstwirksamkeit und den Aufbau einer Beziehung. Wenn ein Kind einen Pädagogikbegleithund führt, wächst es über sich hinaus. Es lernt, klare Signale zu geben, auf die Körpersprache des Hundes zu achten und Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen.

Doch herkömmliche Leinen bergen Risiken. Ein plötzlicher Ruck, weil der Hund eine Katze sieht oder sich erschreckt, kann ein kleines Kind zu Fall bringen. Besonders bei jungen Kindern “wie Christophs Nichte, die mit drei Jahren unbedingt den Familienhund Captain führen wollte” ist die Gefahr groß, dass sie mitgezogen werden und sich verletzen.

Als Fachkraft stehst du dann vor dem Dilemma: Lässt du das Kind die Leine halten und riskierst einen Sturz, oder verweigerst du diesen wichtigen Schritt der Teilhabe?

Die Zauberleine im Einsatz beim Spaziergang mit Kind, Vater und Hund

Die Geburtsstunde einer Idee: Von der Familienlösung zur tiergestützten Intervention

Christoph stand genau vor dieser Herausforderung. Er suchte nach einer Leine, die Sicherheit bietet, ohne die Kontrolle zu verlieren. Da es auf dem Markt keine zufriedenstellende Lösung gab, entwickelte er die Zauberleine. Das Prinzip ist so simpel wie genial: Die Leine arbeitet mit Magneten.

Das System besteht aus drei Komponenten:

1. Die Hauptleine: Sie wird ganz normal am Geschirr des Hundes befestigt.

2. Die Elternschlaufe (oder Profischlaufe): Du als Fachkraft behältst hierüber jederzeit die volle Kontrolle über den Hund.

3. Die Kinderschlaufe: Diese ist über einen Magnetverschluss mit der Hauptleine verbunden.

Wenn nun ein ruckartiger Zug entsteht, löst sich die Kinderschlaufe sofort vom Rest der Leine. Das Kind bleibt sicher stehen, während du den Hund über deine eigene Schlaufe weiterhin fest im Griff hast. Sobald sich die Situation beruhigt hat, klicken die Magnete fast wie von selbst wieder zusammen, und die gemeinsame Arbeit kann weitergehen.

Ein Produkfoto der Zauberleine mit den wichtigen Merkmalen der Elternschlaufe und der magnetisch verbundenen Kinderschlaufe
Die Zauberleine leistet auch in der tiergestützen Therapie wichtige Funktionsweisen

Einsatzbereiche: Wo die Zauberleine Therapeuten und Lehrer unterstützt

Obwohl die Idee im privaten Umfeld entstand, wurde schnell klar, dass die tiergestützte Intervention (TGI) der perfekte Einsatzort ist. Viele Therapeuten und Pädagogen nutzen die Leine bereits in unterschiedlichsten Bereichen:

Schulbegleithunde: Kinder im Grundschulalter können den Hund sicher über den Pausenhof oder durch das Schulgebäude führen.

Pädagogibegleithunde im Kindergärten: Auch die Kleinsten erleben durch die Magnetverbindung ein Gefühl von Autonomie, ohne dass die Erzieher um ihre Sicherheit bangen müssen.

Vernehmungsbegleithunde: Ein besonders berührendes Einsatzgebiet sind Hunde, die Kinder bei polizeilichen Aussagen oder vor Gericht begleiten. Hier gibt die Leine dem Kind Halt, während die professionelle Begleitperson im Hintergrund die Sicherheit garantiert.

Therapiehunde bei der Arbeit mit Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung: Auch in der Geriatrie oder in Krankenhäusern leistet die Leine wertvolle Dienste. Menschen, die körperlich nicht mehr die Kraft haben, einen Hund bei einem plötzlichen Ruck zu halten, können so dennoch das Erlebnis eines gemeinsamen Spaziergangs genießen.

Psychologische Aspekte: Zusammengehörigkeit trotz Distanz

Ein spannender Punkt, der im Gespräch zwischen Claudi und Christoph aufkam, ist das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Oft müssen Fachkräfte im tiergestützten Arbeiten sehr nah am Klienten stehen, wenn dieser den Hund führt. Das kann als bedrängend empfunden werden. Durch das Drei-Schlaufen-System der Zauberleine wird eine natürliche Distanz gewahrt, während man dennoch über die Leine miteinander verbunden ist.

Zudem wurde bei der Gestaltung tief in die psychologische Trickkiste gegriffen: Die Kinderschlaufe und das Vorderteil der Leine haben oft dieselbe Farbe, während die Schlaufe für den Erwachsenen farblich abgesetzt ist. Dem Kind wird so signalisiert: „Das ist deine Leine, du führst den Hund.“ Die Kontrolle der Begleitperson tritt optisch in den Hintergrund, was das Selbstbewusstsein des Kindes enorm stärkt.

 

Die Zauberleine fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Material und Design: Funktionalität trifft auf Ästhetik

Als Profi weißt du, dass Material im tiergestützten Arbeiten einiges aushalten muss. Die Leinen gibt es in verschiedenen Ausführungen, von robustem Tau bis hin zu pflegeleichter Biothane. Besonders Biothane ist bei vielen sehr beliebt, da sie leicht abzuwischen ist, ein unschätzbarer Vorteil, wenn man mit dem Therapiehund bei jedem Wetter draußen unterwegs ist.

Die Magnete sind so dimensioniert, dass sie bei normalem, sanftem Zug halten, aber bei einer echten Belastung zuverlässig auslösen. So wird verhindert, dass die Leine bei jedem kleinen Windstoß aufgeht, was den pädagogischen Fluss stören würde.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) für die tiergestützte Praxis

Was ist der Unterschied zwischen einem Therapiehund und einem Therapiebegleithund? Umgangssprachlich wird oft nur vom Therapiehund oder Schulhund gesprochen. Fachlich korrekt ist jedoch die Bezeichnung Therapiebegleithund oder Pädagogikbegleithund, da der Hund die Fachkraft bei ihrer Arbeit begleitet und unterstützt, aber nicht eigenständig therapiert.

Ab welchem Alter können Kinder die Zauberleine benutzen? Die Leine wurde ursprünglich für Kinder ab etwa drei Jahren konzipiert. Sie eignet sich aber für alle Altersgruppen, in denen ein Sicherheitsbedürfnis beim Führen des Hundes besteht.

Ersetzt die Leine ein Training des Hundes? Nein. Christoph betont im Podcast sehr deutlich, dass die Leine ein Hilfsmittel ist, aber kein Ersatz für eine fundierte Ausbildung von Hund und Mensch. Wenn du tiergestützt arbeitest, sollte dein Hund bereits eine entsprechende Ausbildung durchlaufen haben.

 

Die Zauberleine ist sogar Plastikfrei
Produktfoto der Zauberleine in verschiedenen Blautönen

Wo kann ich die Zauberleine kaufen?

Alle Informationen und den Shop findest du unter dem Namen „Little Captain“.

Hier geht es zu seiner Webseite:

Fazit für deinen Arbeitsalltag

Die Arbeit mit Tieren bereichert das Leben so vieler Menschen. Damit diese Arbeit leicht und sicher bleibt, sind innovative Hilfsmittel wie die Zauberleine ein Segen für jeden Lehrer, Pädagogen und Therapeuten. Sie ermöglicht echte Teilhabe und stärkt die Bindung zwischen Mensch und Tier, ohne dass die Sicherheit jemals zu kurz kommt.

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Alles Liebe deine Claudi

Ein entspannter Bürohund am Schlafen.